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Am 5. Dezember 2019 ist Heiko Zienert aus Lübeck gestorben. Der 1949 geborene Heiko war einer der ersten Gebärdensprachdozenten und arbeitete von 1987 bis 2006 als Lektor im  Institut für Deutsche Gebärdensprache und Kommunikation Gehörloser an der Universität Hamburg unter der Leitung von Prof. Dr. Siegmund Prillwitz.

Heiko Zienert ist einer der Gründungsväter der Deutschen Gebärdensprache und hat mitgewirkt, dass die Deutsche Gebärdensprache den Status einer vollständigen, gleichwertigen und eigenständigen Sprache erhalten hat. In den 1980er Jahren wurde die Deutsche Gebärdensprache von Hamburg aus erforscht: Siegmund Prillwitz und seine „3 Musketiere“ Heiko Zienert, Alexander von Meyenn und Wolfgang Schmidt. 1985 wurde der erste Gebärdensprachkongress in Deutschland veranstaltet. Es gab heftige und kontroverse Diskussionen.

Zienert war massgeblich beteiligt an der Schaffung der Unterrichtsmaterialien wie „Grundkurs Deutsche Gebärdensprache I und II“ sowie Lern-DVD „Die Firma 1 und 2“ für die DGS und bildete jahrelang die Studentinnen und Studenten zu Dolmetscher*innen für Deutsche Gebärdensprache und Deutsch aus.

„Wenn wir heute unsere hörgeschädigten Kinder sehen, wie selbstbewusst sie die Gebärdensprache verwenden und auch dafür einstehen – dann ist einer, dem wir dafür Dank schulden, Heiko Zienert.“, schrieb der Bundeselternverband gehörloser Kinder e.V. bei seinem Nachruf.

Vom Deutschen Gehörlosen-Bund (DGB) e.V. hat Zienert bei 2. Deutschen Kulturtagen in Dresden im Jahr 1997 zusammen mit Siegmund Prillwitz, Alexander von Meyenn, Wolfgang Schmidt, Regina Leven und Bernd Rehling Kulturpreis bekommen. 2012 wurde Zienert bei der 25jährigen Jubiläumsfeier des Instituts für DGS in Hamburg die Karl Wacker-Plakette (einer besonderen Auszeichnung für die überregionale Arbeit) vom DGB überreicht.

Bundesverband der Dozenten für Gebärdensprache e.V. bei seinem Nachruf: „Nicht nur wegen seines Engagements in der Gebärdensprache ist Heiko Zienert in der Gehörlosengemeinschaft sehr bekannt gewesen und geschätzt worden, sondern auch für die Ermutigung zu mehr Selbstbewusstsein der Gehörlosengemeinschaft. Er ließ sich nicht durch die damalige Politik degradieren. Er war entschlossen und sehr fokussiert bei der Unterstützung zur Anerkennung der Gebärdensprache in Deutschland. In der Lehre war er streng und zugleich sehr hummervoll, auch deshalb waren die Seminare an der Universität immer voll.“

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