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Begeisterung, Jubel und ganz viel Applaus für das Tanztheaterstück „#wutuplikethis“, das hörende, schwerhörige und gehörlose Jugendliche vor wenigen Tagen im Ballhof Zwei des Staatstheaters Hannover aufführten. Entstanden ist das Stück bei einem inklusiven Tanzprojekt, das seit September an der Hartwig-Claußen-Schule (HCS), dem Förderzentrum mit dem Schwerpunkt Hören der Region Hannover, stattfand.

Choreografie und künstlerische Leitung verantwortete Profi-Tänzer Ole Driever, der selbst hochgradig hörgeschädigt ist und mit einem Cochlea-Implantat (CI) hört.

Beim Tanzprojekt bot das Thema Wut Anlass für eine künstlerische Auseinandersetzung. Zehn junge Tänzerinnen und Tänzer im Alter von 12 bis 22 Jahren wirkten am Projekt mit. Die Erarbeitung des Tanzstücks erstreckte sich über vier Monate.

„Mich macht wütend, wenn Leute Lügen erzählen“, sagt Merle (16), Schülerin an einem Gymnasium in Hannover. Sonja (17) von der Hartwig-Claußen-Schule meint: „Wut ist ein Gefühl, das ich immer wieder erlebe; zum Beispiel, wenn ich Dinge tun muss, die ich nicht tun möchte“. Und Kaspar (22), der Politikwissenschaft und Philosophie studiert, sagt über Wut: „Sie ist ein Gefühl, das ich innerlich abwerte. Andererseits denke ich, dass man es gar nicht abwerten muss. Weil es ja auch in Ordnung ist, wütend zu sein. Es ist eben nur die Frage, wie man mit dieser Wut umgeht.“

Initiator des Tanzprojektes ist Cochlear Deutschland, seit mehr als 35 Jahren in Hannover beheimatet. „#wutuplikethis“, in dem sich die jungen Tänzerinnen und Tänzer künstlerisch mit dem Thema Wut auseinandersetzten, ist bereits das dritte derartige Projekt von Cochlear Deutschland in Kooperation mit der Hartwig-Claußen-Schule, dem Jungen Schauspiel des Staatstheaters Hannover und Ole Driever.

Kommunikative Barrieren tanzend überwinden

Inwieweit die jungen Tänzerinnen und Tänzer hören oder auch nicht hören können, spielte in der inklusiven Projektarbeit eine eher untergeordnete Rolle. „Die kommunikativen Barrieren, die unsere hörgeschädigten Schülerinnen und Schüler haben, treten beim gemeinsamen Tanz in den Hintergrund“, erläutert Lehrerin Inga Ammon, die das Projekt von Seiten der Hartwig-Claußen-Schule betreute, das Stück in einer wöchentlichen Tanz-AG gemeinsam mit den Jugendlichen probte und zudem eigene Theatererfahrung in die Gestaltung einbrachte. „Das Gefühl der Wut kennt jeder. Und der Tanz ist wie eine universelle Sprache, in der man dem anderen die eigenen Empfindungen mitteilen kann. Gerade auch die Schülerinnen und Schüler unserer Schule sammeln beim Projekt ganz wichtige Erfahrungen. Sie trainieren nicht nur Körperwahrnehmung, Rhythmusgefühl oder Konzentration. Die Projektarbeit und die erfolgreiche Aufführung sind auch tolle Erlebnisse. Die Schüler wachsen an den Herausforderungen und stärken ihr Selbstbewusstsein.“

Von dem Stück war das Publikum im Ballhof Zwei offensichtlich begeistert: In „#wutuplikethis“ treffen die Akteure immer neu aufeinander; wieder und wieder entzünden sich Konflikte, die dann in wütendem Tanz ausgetragen werden. Eher schauspielerische Passagen wechseln mit Tanzformationen zu kräftigen Beats. Es gibt kurze Dialoge in Laut- und Gebärdensprache, ebenso Bezüge zu aktuellen Themen und Ereignissen.

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