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Heute am 9. August 2021 jährt sich der 200. Geburtstag von Hieronymus Lorm (1821 – 1902, eigentlich Heinrich Landesmann). Er war ein österreichischer Dichter, Journalist und Literaturkritiker, zugleich der Erfinder des Lorm-Alphabets, eines Tast-Alphabets für Taubblinde. Er kam am 9. August 1821 in Nikolsburg (Mähren) in einer jüdischen Kaufmannsfamilie zur Welt. Bei seiner Geburt war er schwächlich.

Die Familie zog nach Wien, wo die Eltern einen Salon führten, in dem Künstler und Schriftsteller verkehrten.

Er ertaubte mit 15 Jahren nach langer Krankheit und musste sein Musikstudium aufgeben. Es begannen seine Augenleiden, die allmählich zur Erblindung führten. Mit fünfundzwanzig Jahren emigrierte er nach Berlin, da ihm in Wien Repressionen drohten. Er wurde dort Schriftsteller. Sein erstes Werk veröffentlichte er 1843: Abdul. Seine Werke hatten eine gesellschaftskritische Richtung. Nach der Revolution von 1848 kehrte er nach Wien zurück und wurde einer der bekanntesten deutschsprachigen Feuilletonisten der folgenden Jahrzehnte.

1856 heiratete er die Wienerin Henriette Frankl (1830–1906). Im Frühjahr 1873 zog er und seine Familie von Österreich nach Dresden, wo er für die nächsten fast 20 Jahre leben sollte. 1881 verlor er sein Augenlicht, nachdem er einige Jahre zuvor nur noch schlecht sehen konnte. Um sich mit seinen Mitmenschen verständigen zu können, stellte er sein Lorm-Alphabet zusammen. Von Dresden zog er im März 1892 weiter nach Brünn. Seinen Lebensabend verbrachte er dort bei seinen Kindern.

Er starb am 3. Dezember 1902 mit 81 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls. Das Lorm-Alphabet wurde erst nach Landesmanns Tod von seiner Tochter veröffentlicht.

Landesmanns Pseudonym Hieronymus Lorm, das er seit dem Jahr 1847 und dann bis an sein Lebensende benutzte, wird üblicherweise wie folgt erklärt: Den Vornamen „Hieronymus“ wählte Heinrich als Hommage an den großen Eremiten-Heiligen und Asketen Hieronymus, der ihn wohl an sein eigenes Lebensschicksal erinnerte. Der Nachname „Lorm“ war dem Namen des Romans De l’Orme (1837, dt. 1839) von George Payne Rainsford James entlehnt, mit dessen gleichnamigem Protagonisten Landesmann eine besondere Beziehung empfand.

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Bildquellezvab / Wikimedia

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