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Seminar in Groningen brachte taube Medienschaffende aus Europa zusammen

Am 21. und 22. Juni fand in Groningen (Niederlande) ein Seminar statt, bei dem es um die Revolutionierung des tauben Journalismus in Europa ging. Gastgeber des Seminars war das EU-Projekt Deaf Journalism Europe (DJE), das darauf abzielt, Nachrichten über und von tauben Menschen zu beobachten und zu berichten und ein Netzwerk von tauben Medienorganisationen zu schaffen. An dem Seminar nahmen 28 Personen teil, davon drei aus Deutschland, zwei von der Firma manua GmbH und eine aus Deutschland, die seit langem bei Døves Media in Oslo, Norwegen, arbeitet.

Das Seminar fand in den Räumlichkeiten des Gehörlosenzentrums Groningen und im Café Luhu von Turkoois, einem der DJE-Projektpartner, statt. Nach einer einführenden Präsentation über die Ziele von DJE diskutierten die Teilnehmenden über die Rolle von tauben journalistischen Personen in der Gebärdensprachgemeinschaft, wo das Gleichgewicht zwischen Objektivität und Nähe schwierig sein kann. In einer „Speed-Dating-Session“ tauschten sich die Teilnehmende über Erfolge und Verbesserungsmöglichkeiten aus. Anschließend wurde darüber diskutiert, wie die transnationale Medienkooperation von DJE funktionieren kann.

Eines der Ziele von DJE ist die Entwicklung von Lernmaterial für taube Menschen, die journalistisch werden wollen. Die Teilnehmenden wurden daher aufgefordert, darüber zu diskutieren, wie und welche Hilfsmittel für dieses Lernmaterial entwickelt werden könnten. Einer der Höhepunkte des Tages war die Diskussion über künstliche Intelligenz im Journalismus, ein schnell wachsendes Werkzeug, das in der journalistischen Arbeit eingesetzt wird.

Während des Seminars gab es auch die Möglichkeit, die eigene journalistische Arbeit zu präsentieren. Zu den Referent*innen gehörten Helena Bergström und Niclas Martinsson von Utbildningsradio (UR) in Schweden, die darüber sprachen, wie man mit Nachrichten auf verschiedenen Plattformen wie den sozialen Medien arbeitet. Dann sprach Roy White von Frontrunners darüber, wie die Arbeit mit Medien bei Frontrunners aussieht.

Im Rahmen des DJE-Projekts besteht eine der Hoffnungen darin, eine europäische Medienorganisation für taube Journalist*innen zu schaffen. Das Seminar endete daher damit, dass die Teilnehmenden sich in Gruppen aufteilten und darüber diskutierten, wie eine solche Organisation aufgebaut werden könnte.

Für die Zukunft plant DJE die Organisation von zwei Webinaren und weiteren Seminaren in International Sign. Man hofft, mit dieser Initiative die Qualität und Zugänglichkeit des Journalismus für taube Menschen in Europa zu verbessern.

Text: Mona Riis / Teckenrapport
Foto: Benedikt J. Sequeira Gerardo

Tags: Deaf Journalism Europe, DJE, EU Projekt, Groningen, Journalismus, manua, Netzwerk, Turkoois

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