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Deutscher Gehörlosen-Bund e.V. hat am 13. August 2021 eine Pressemitteilung veröffentlicht und stellt Forderungen: Katastrophenschutz und Warnsysteme für gehörlose Menschen müssen sofort reformiert werden!

Mitte Juli 2021 kam es in Teilen Deutschlands zu extremen Unwettern, die durch das Tiefdruckgebiet Bernd ausgelöst wurden. Am schlimmsten waren Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen betroffen. Am 14. Juli 2021 und in der Nacht auf den 15. Juli 2021 fielen in Teilen der beiden Bundesländer innerhalb von 24 Stunden 100 bis 150 Liter Regen pro Quadratmeter. Der Großteil der Wassermassen prasselte in einem kurzen Zeitfenster von zehn bis 18 Stunden herab. Infolge des Starkregens kam es in den betroffenen Regionen zu Sturzfluten und massiven Überschwemmungen, die zu Toten und enormen Schäden führten.

Über diese Hochwasser- und Flutkatastrophe wurden viele Menschen dieser Regionen, darunter auch Gehörlose und andere Menschen mit Hörbehinderungen, nicht rechtzeitig informiert, und sie wurden nicht ausreichend davor gewarnt. Diese Menschen waren nicht darauf vorbereitet, wie groß die Bedrohung wirklich war, konnten sich nicht darauf einstellen und wurden vom Ausmaß der Katastrophe überrascht. Die akustischen Sirenen und Lautsprecherdurchsagen vor Ort – wenn es sie gab – hörten die Gehörlosen überhaupt nicht. Leider hatten auch die beiden Bundes-Warn-Apps Nina und Katwarn nicht ausreichend vor dem massiv ansteigenden Wasserpegel und der drohenden Flutkatastrophe gewarnt. Die Bundes-Notruf-App Nora wurde Ende Juli 2021 nicht eingeführt – stattdessen wurde der Start der App erneut auf das Ende des dritten Quartals 2021 verschoben. Bei den öffentlich-rechtlichen TV-Sendern fehlten im linearen Fernsehen Gebärdensprachdolmetschereinblendungen in Echtzeit.

Der Deutsche Gehörlosen-Bund (DGB) kritisiert diesen mangelhaften Katastrophenschutz in Deutschland massiv und wirft den Verantwortlichen ein Versagen des Warnsystems sowie eine Verletzung des Artikels 11 der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) vor. Der DGB fordert ein verbessertes und sicheres Warnsystem nach dem Zwei-Sinne-System (auditiv-visuell) und die Einführung eines Katastrophen-Warnsystems durch Cell-Broadcast-Technologie, um eine Warnnachricht auf alle Handys aller Menschen mit und ohne Behinderungen in einer gefährdeten Region zu schicken.

Die vollständige Stellungnahme als PDF können Sie hier lesen.

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Bildquelledreamypixel / envato elements

1 KOMMENTAR

  1. Die Forderungen sind berechtigt. Vielleicht sollte sogar noch mehr gefordert werden.

    Trotzdem, dieser Artikel ist m.E. unverschämte Trittbrettfahrerei. Entschuldigung, so berechtigt die Forderungen auch sind, für mich ist das ein ausnutzen von Sachverhalten. Das ärgert mich.

    Übrigens, ich wohne im Rhein-Erft-Kreis, nur einige Kilometer entfernt von der großen Katastrophe und Nina hat prima funktioniert. OK, Nina benutzen und interpretieren sind andere Themen.

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