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Gestern hat Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege eine Pressemitteilung über ihren Trendbericht 2021 „Behindertenhilfe in Deutschland“ veröffentlicht.

Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) ist die gesetzliche Unfallversicherung für nicht staatliche Einrichtungen im Gesundheitsdienst und in der Wohlfahrtspflege. Sie ist für knapp neun Millionen Versicherte in mehr als 665.000 Unternehmen zuständig. Die BGW unterstützt ihre Mitgliedsbetriebe beim Arbeitsschutz und beim betrieblichen Gesundheitsschutz.

In welcher Situation befindet sich die Behindertenhilfe in Deutschland? Einen ausführlichen Überblick bietet der Bericht, den die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) vorgestellt hat. Zusätzlich präsentierte die BGW zwei weitere Berichte: zu den Auswirkungen der Coronapandemie und zum Thema Digitalisierung in der Arbeitswelt der Behindertenhilfe.

Fakten und Zahlen zur Behindertenhilfe

Der Trendbericht 2021 „Behindertenhilfe in Deutschland“ liefert aktuelle Fakten und Zahlen zur Entwicklung der Beschäftigungslage und Berufsgesundheit in der Behindertenhilfe. Am Arbeitsmarkt ist kein durchgreifender Inklusionsfortschritt festzustellen. Zwar ist die Arbeitslosenquote von schwerbehinderten Menschen in den letzten Jahren gesunken, doch der Abstand zu Menschen ohne eine schwere Behinderung ist nicht kleiner geworden. Zudem droht die Coronapandemie, vergangene Inklusionserfolge zunichte zu machen.

Eine Sonderanalyse untersucht das Bild von Menschen mit Behinderungen in den sozialen Medien. Die Auswertung von Beiträgen in sozialen Netzwerken von und über Menschen mit Behinderung für das Jahr 2020 hat gezeigt, dass Themen rund um Behinderung im Netz eine deutlich größere Rolle spielen als in den Nachrichtenmedien. In den Leitmedien, so zeigen es empirische Studien, kommen Menschen mit Behinderung kaum vor.

Auswirkungen der Coronapandemie

Wie der Bericht „Die Coronapandemie in der Behindertenhilfe“ zeigt, hat sich die Pandemie gravierend auf die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen und die Situation von Beschäftigten und Fachpersonal in diesem Bereich ausgewirkt: Wohnformen wurden phasenweise abgeschottet, Freizeitaktivitäten und soziale Kontakte zum Teil stark eingeschränkt. Die Arbeit in Werkstätten für Menschen mit Behinderung (WfbM) wurde zeitweise vollständig heruntergefahren. Dies führte zum Verlust an Tagesstrukturierung, Kommunikation und sozialer Interaktion und auch zu einer Gefährdung des Erwerbseinkommens.

Außerdem war die Pandemie ein großer Stresstest für die Konzepte zur Umsetzung der Berufsgesundheit in der Behindertenhilfe und die entsprechenden Strukturen und Ressourcen in den Betrieben. Qualitative Befragungen der BGW zeigen aber: Die Coronapandemie wurde auch als Chance für Innovationen genutzt – um sich weiterzuentwickeln, alte Abläufe und Strukturen zu überprüfen und diese gegebenenfalls anzupassen. Die in der Krise erlebte Problemlösungsfähigkeit führte bei Mitarbeitenden und Beschäftigten zu mehr Selbstbewusstsein.

Digitalisierung noch in den Kinderschuhen

In der Arbeitswelt der Behindertenhilfe wurde das Thema Digitalisierung durch die Coronapandemie zwar beschleunigt, doch die Verbreitung von digitalen Technologien und Medien hängt stark von den Tätigkeiten oder vom Produktangebot eines Betriebs ab. Das geht aus dem Bericht „Digitalisierung in der Behindertenhilfe“ der BGW hervor. Dabei spielen laut einer durch die BGW beauftragten quantitativen Studie digitale Technologien für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in Inklusionsbetrieben eine größere Rolle als in WfbM.

Unabhängig von ihrer Rolle in der Behindertenhilfe oder ihrer Beeinträchtigung stehen alle Interviewten der Digitalisierung offen, interessiert und neugierig gegenüber. Viele Studien zeigen außerdem, dass digitale Technologien helfen, Barrieren abzubauen. So können einige Werkstätten neue Arbeitsplätze anbieten, beispielsweise in den Bereichen IT-Digitalisierung oder Bürokommunikation. Digitale Technologien können auch die Selbstständigkeit und Selbstbestimmung steigern – und damit die berufliche Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen.

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ViaPresseportal
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