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Das Buch „Klagende Hände“ von Horst Bieshold erschien in 1988 und thematisiert die Zwangssterilisation gehörloser Menschen im dritten Reich.

Das Schicksal der Gehörlosen in der Nazizeit beschäftigte den ehemaligen Gehörlosenlehrer Horst Bieshold über Jahrzehnte: Sterilisationen „erblich Kranker“, „Euthanasie“ und die Verfolgung gehörloser Juden.

Darüber schrieb er seine Doktorarbeit, die unter dem Titel „Klagende Hände“ als Buch erschien. Biesold führte mit über 1.200 sterilisierten Gehörlosen Interviews, sein Werk wurde vom United States Holocaust Museum in den USA gewürdigt. Mit dem Buch hatte er ein Thema aufgegriffen, das bis dahin tabuisiert war, und er stieß anfangs auch auf massive Schwierigkeiten bei der Materialbeschaffung, da manche Kollegen meinten, man solle das Thema besser ruhen lassen.

„Klagende Hände“ als Theaterstück

Das Theaterhaus Teater Manu in Oslo, Norwegen, hat ein 90 Minuten langes Theaterstück „Gråtende hender“ (Klagende Hände), das auf das Buch Biesolds und auf Eigenrecherchie basiert, entwickelt. Die Premiere fand am 1. Februar 2018 in Kristiansand, einer Stadt im Süden Norwegens, statt. Die Tournee in ganz Norwegen findet in diesem Monat und im März statt. Europatournee (auch in Deutschland) noch in diesem Jahr. Welttournee im nächsten Jahr.

Gehörlose Opfer des Naziterrors erhielten auf Betreiben Horst Biesolds eine Entschädigung, auch wenn sie eher symbolischen Charakter hatte. Bieshold stand immer auf der Seite der Hörgeschädigten. Zu Zeiten, als das noch recht riskant war, setzte er sich für die Gebärdensprache ein. Selbstverständlich war auch der Einsatz für hörgeschädigte KollegInnen – die so gar nicht in die Ideologie zu passen schienen. Bieshold ist 2000 gestorben.

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